So richtig dicke Knochen

So richtig dicke Knochen

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Kennt ihr den Spruch „Ich bin nicht dick – ich habe bloß dicke Knochen“? Ich kenn den gut, denn meine Oma sagte das ständig und wir belächelten sie deswegen immer, weil wir es einfach nur lustig fanden. Und unmöglich. Bis ich vor ein paar Monaten gelesen habe, dass es wirklich „dicke Knochen“ gibt. Aufgrund der Dichte sind sie einfach stabiler. Ob das jetzt aber eine Auswirkung auf das Gewicht und den eigentlichen Körperbau hat, kann ich jetzt auch nicht sagen. Ich muss meiner Oma also Recht geben. Leider kann ich ihr das auf dem normalen Weg nicht mehr mitteilen, denn sie ist leider schon seit 12 Jahren tot. Aber ich bin mir sicher, sie wusste immer, dass sie Recht hat.

Mit der Behauptung, dicke Knochen zu haben, wollte sich meine Oma ihrerseits immer etwas für ihren breiten Körperbau rechtfertigen, denn sie war nie dick. Sie war eigentlich immer schlank, aber eben sehr breit gebaut. Das habe ich von ihr geerbt. Und selbst als sie weniger als sonst wog, sah sie nie dünn aus – eher kränklich. So wie es auch bei mir der Fall ist. Erreiche ich ein bestimmtes Gewicht, bei mir sind das so 70 Kilo, höre ich nicht mehr, was ich für eine schöne Figur habe, sondern werde gefragt, ob ich krank bin und dass es nun langsam reichen würde mit dem Abnehmen. Dabei habe ich mit 70 Kilo nicht mal Normalgewicht (und bin momentan von diesem Wert generell ziemlich weit weg, was mich täglich mehr ärgert).

Ich werde nie zierlich werden und kann auch nur lachen, falls sich ein unbeholfener Kommentar mal in diese Richtung verläuft. Ich weiß selbst, dass ich es nicht bin und nie werden kann. Mein Körperbau lässt das gar nicht zu und ich glaube, diese fixe und unbeugsame Tatsache ärgert mich am meisten. Wieder bin ich die mit der breiten Hüfte, dem dicken Hintern und den definitiv vorhanden Oberschenkeln. Ich möchte  nicht rattig dünn werden, aber so stämmig wie ich eben bin, gefalle ich mir auch nicht. Mein Körper ist eine blöde Konstruktion – das muss ich jetzt schon mal sagen. Ich bin klein und kurvig, mit breiten Hüften und kurzen Beinen. Kann mir mal einer sagen, was das soll? Dem Schönheitsideal entspricht DAS nicht! Und wenn meine Figur mal in wird, bin ich wahrscheinlich alt und grau und ob ich dann noch Lust habe, dass mir die hübschen anzugtragenden Männer nachlaufen, weiss ich auch nicht….eher weniger…

Dem ein oder anderen ist bestimmt schon aufgefallen, dass ich gerne mal schimpfe. Besonders über mich und am liebsten über Dinge, die ich eh nicht ändern kann. Klar, was ich ändern kann, muss nicht beschimpft werden. Es wird geändert. Alles andere – mies. mies. mies.

Das sich das Schimpfen häuft hat mehrere Gründe. Einerseits tue ich es einfach gerne und fühle mich wohl dabei sagen zu können was mich ärgert (das ist ziemlich viel) andererseits bin ich gerade im Moment in einer sehr prüfenden Phase. Ich kontrolliere mein Aussehen, bin gespannt wie ein Flitzebogen und fühle mich auf der anderen Seite wahnsinnig unentspannt und ungenügend. Ich rede mich selbst wieder schlecht. Mache mein Aussehen doppelt so schlimm und habe in Gedanken einen derartig großen Hintern, dass ich das Gefühl habe, ich verdunkel ganz Wien, wenn ich vor die Türe trete. Ist natürlich nicht der Fall und meine Jeans in Gr. 40 platzen auch nicht (und machen auch keine Geräusche dass sie es binnen der nächsten Sekunden tun unaufhaltsam tun werden) oder kneifen. Es hat sich einfach mein Gefühl geändert. Viele Gefühle haben sich einerseits zum positiven geändert (nach aussen hin) und zu einem Großteil zum negativen gedreht (nach innen hin). Völlig normal, wenn man einer bestimmten Person gefallen möchte. Ja völlig normal. Aber auch völlig skurril, unnatürlich und nervig. Ja, nervig. Ich merke, dass ich schon wieder ein gewisses LMAA-Gefühl an den Tag lege und mir denke, wenn er mich nicht will, soll er es lassen. Und da er mich nicht wollen wird, kann ich es auch gleich lassen. Süß naiv sagt meine Freundin. Dumm sage ich, denn nicht unmöglich dass ich mir damit was verbaue, was vielleicht klappen könnte. Es wird Zeit, trotz aller Zweifel und Makel endlich hinaus zu treten. Offen zu sein, wie meine Freundin gestern meinte und vielleicht auch mal was zu wagen, was man sich sonst nicht traut. Man kann nicht verlieren. Nur dazulernen. Lernen vielleicht in Zukunft vor lauter Peinlichkeit aus dem Weg gehen zu müssen. Oder lernen – und das würde ich mir wünschen – etwas zu wagen denn das Lächeln eines bestimmten Menschen am Morgen kann so manchen Tag retten noch bevor er dem Untergang geweiht war.

Ich will es jetzt wagen. Ich will jetzt offen sein. Lächeln lernen, wie ich es Heike (Fräulein Muster) beim letzten Chat versprochen habe. Zeigen, dass ich angesprochen werden will und dass ich mitunter in besonderen Fällen und an bestimmten Tagen auch wirklich echt sympathisch sein kann. Manchmal. Endlich lernen meinen bösen Blick in meine große Handtasche zu stecken und ihn nur noch für bestimmte Anlässe raus zu holen – wie das kleine Schwarze. Ich bin inzwischen in einem Alter (und ich glaube das habe ich gestern von Yvonne Catterfeld gelernt) in dem ich doch nichts mehr zu verlieren habe. Wer mich nicht so will wie ich bin, der muss sich was anderes suchen und er wird garantiert nicht das finden, was ich zu bieten habe. Es zählt nicht mehr die Quantität oder der Erfolg, es zählt das Gefühl dahinter und die Ehrlichkeit zu sich selbst. Und genauso will ich nicht nur heute sondern für immer starten.

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