Direkt am Abgrund. Oder schon darüber hinaus? 

Immer wenn ich zugenommen habe und mich unwohl fühle, kaufe ich mir schwarze Shirts. Diese Woche waren es zwei. 

Ich möchte mich verhängen, tarnen und am besten noch verstecken. Ich fühle mich schrecklich. Nicht schuldig. Einfach nur schlecht. Überfressen. Gefüllt bis zum Anschlag mit Dingen, die ich nicht mehr essen wollte. Die ich nicht mal vertrage. Die nicht gut sind für mich. 

Natürlich habe ich zugenommen. Und diesmal eine Grenze überschritten, die mich alarmiert hat. Endlich muss was passieren! Ich darf nicht mehr essen. Ohne Hunger. Nur aus Langeweile. Nur weil es da ist. Es sollte nicht da sein! Es darf nicht da sein. 

Die Menschen, die sagen, dass man sich im Urlaub besonders gut ernährt, wissen gar nichts. Gerade im Urlaub – außerhalb meines normalen Tagesablaufs – bin ich labil und anfällig für Naschereien und außerplanmäßige Leckereien. Umso besser, dass mein Urlaub vorbei ist. 

Sport wollte ich machen. Ich habe mich gefreut wieder Zeit zu haben. Doch die Zeit hatte ich nicht. Und wenn ich mal eine Stunde hatte, habe ich sie genutzt zum ausruhen. Zum Essen. Ein stressiger Tag tut mir viel besser! Dies noch machen. Das noch machen. Da komme ich auch zu Sport! 

Ich möchte wieder vom Elan mitgerissen werden. Ich möchte dass sich wieder was bewegt.  Nur wie stelle ich das an? Wie habe ich es damals gemacht? Vor 5 Jahren? Wie ging das? 

Am Wochenende hatte ich Herzschmerzen. Das warme Wetter. Nichts getrunken. Meine Mutter meinte dass das von meiner ständigen Diät kommt. Von Verzicht und Übermaß. In all den Jahren. Mal viel Sport und ständig. Dann wieder lange nichts. Ich solle doch endlich ein Mittelmaß finden. Einen guten und normalen Weg. Da hat sie recht. Nur wie finde ich ihn? Wo finde ich ihn?

Ich möchte nicht dass ihr mich unterstützt. Ich möchte, dass ihr ehrlich seid. Nur sagt, dass ich schwach bin. Das ich es so nie schaffen kann. Macht mich fertig! Seid fies! Sagt dass ich fett bin! Nur das hilft. Nur das bringt mich weiter. Lob macht faul und eingebildet. 

* * *

Aufgeregt läuft Decker vor mir auf und ab. Sie ist wieder da. Die ganze Woche schon. Sie redet davon, dass es toll ist, dass wir uns wieder annähern. Es war doch toll mit uns. Wir hatten eine schöne Zeit. Sie sinniert was wir alles zusammen machen könnten. 

Holt mich hier raus. Ich will das nicht mehr!!! 

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Ein Gedanke zu “Direkt am Abgrund. Oder schon darüber hinaus? 

  1. Hallo Liebes,
    Ein wirklich berührender Post. Ich kenne dieses Gefühl der Unzufriedenheit nur zu gut, es zerstört einen einfach. Aus Erfahrungen kann ich sagen, dass du dich berrückt macjst und einfach auf das Thema fixiert bist. Zwanghaft. Ich weiß aber auch, dass du nichts dafür kannst. Ich hoffe einfach, dass du deine Ziele erreichst ohne selbst dran kaputt zu gehen! ❤
    Liebst Chichi ❤

    http://urban-and-country.blogspot.de

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