Dinge, die….

Dinge, die….

Dinge, die mir vor ein paar Wochen noch Spaß gemacht haben, können mich heute nicht mehr hinter dem Sofa vorlocken. Ich empfinde daran einfach keinen Spaß und kann im Moment auch nicht viel dahinter erkennen. Obwohl ich gerade mit einem Yoga Kurs begonnen habe (weil dieser Sportart ein hohes Potential an Entspannung nachgesagt wird) – und mir Yoga so überhaupt keinen Spaß macht – komme ich nicht auf die Beine. Ich kann mich auch nicht an die vorgegebenen Sporttage halten, da ich mich die meiste Zeit einfach nicht gut genug fühle um irgendwas sportliches zu machen. Ich mache zwar die Kurse, aber nach meinem eigenen Zeitgefühl und Rhythmus. Generell finde ich derzeit recht wenig an Sport. Seit Wochen schminke ich mich nicht und für mich ist es jeden Tag wie das Erreichen des Bergtrikots wenn ich es schaffe, mich zu waschen. Ich bin froh dass ich mich zu bestimmten Dingen noch zwingen kann. Ich weiß dass es schlecht ist, sich gehen zu lassen. Irgendwann ist man aber einfach machtlos und so betäubt, dass einfach alles nur noch egal ist….

Das einzige was mich im Moment aufmuntern kann, ist mein Sohn. Das Spielen mit ihm. Er stellt keine Bedingungen, stellt mir kein Ultimatum. Er nimmt mich so wie ich bin und will mir auch nichts Böses. Genau das brauche ich jetzt. Keine Fragen, keine Vorurteile. Einfach nur da sein. Das ist schön und er genießt auch die Zeit, die ich mit ihm verbringe, auch wenn er nicht weiß, warum ich plötzlich so viel Zeit habe.

An machen Tagen habe ich ein starkes Gefühl, etwas tun zu müssen, weil mir das Rumsitzen noch mehr auf meine schon angekotze Stimmung schlägt. Ich kann momentan eigentlich ganz schlecht ruhig sitzen, bin nervös, denke immer, dass irgendwas ist oder etwas getan werden muss und suche mir dann Beschäftigungen, die mich ablenken und bei denen ich ein Vorkommen erkennen kann. Ich schreibe oder zeichne, ich räume meine Wohnung um, dekoriere oder versuche Dinge zu basteln zu denen ich keine Geduld brauche. Es ist aber auch schwierig mit mir im Moment. Das weiß ich. Und ganz oft, ist es selbst mir zu schwierig mit mir.

Eigentlich rede ich momentan nicht gerne über mein Befinden. In meinem letzten Beitrag habe ich ja schon erwähnt, dass man eher negative Rückmeldungen bekommt, wenn man über seine Seele spricht. Genau deswegen äußere ich mich eher ungern. Auch gegenüber Familie und Freunden. Ich habe einfach Angst vor Zurückweisungen und dem Gefühl geächtet zu werden. Ich habe Angst davor, dass mich dann niemand mehr ernst nimmt oder mich für dumm hält, obwohl ich weiß, dass man nicht blöd ist, nur weil es einem psychisch nicht gut geht. Aber, wissen das auch die anderen?

Viele von meinen sogenannten Freunden haben sich zurückgezogen, weil ich einfach nicht mehr so bin, wie ich mal war und weil ich mich von selbst auch nicht melde. Generell habe ich im Moment nur mit dem wirklichen engen Kreis meiner Vertrauten Kontakt. Nur mit den Menschen, denen ich mir sicher sein kann und die kann ich an einer Hand abzählen. Aber das reicht mir auch, denn ehrlich gesagt, kann ich mit vielen Menschen gar nicht gut und bin momentan auch nicht gerne von vielen Menschen umgeben. Am liebsten bin ich daheim. Ich möchte niemanden sehen und niemanden treffen. Zwar gehe ich raus, spazieren oder einkaufen, aber das sind wirklich Überwindungen für mich. Wirklich sicher fühle ich mich nur in meiner vertrauten Umgebung und mit einer verschlossenen Tür zur Außenwelt. Ich brauche im Moment wirklich Ruhe, die ich versuche überall zu suchen.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit diesem Thema so viele Menschen anspreche und es so viele gibt, die mich dennoch verstehen und so fühlen wie ich. Man glaubt sich ja immer alleine in der Welt zu wissen mit so einer „Krankheit“. Gerade weil niemand darüber redet. Weil sie alle Angst haben. Weil wir alle Angst haben. Allerdings bin ich, trotz aller Angst, der Meinung, dass man endlich drüber reden sollte. Dass die Gesellschaft sich endlich öffnen sollte für alle Menschen mit allen Belangen und allen Problemen. Aber das ist heute nicht mein Thema und ehrlich gesagt, bin ich froh, wenn dieser Beitrag gleich vorbei ist und ich nicht mehr darüber nachdenken muss, was ich als nächstes schreiben soll. Vielleicht greife ich dieses Thema ja nochmal auf. Später. Wenn ich Lust habe. Oder Ruhe. Oder Muse. Oder Zeit.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Dinge, die….

Kommentiere hier...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s