Während meine Dämonen draußen dick eingepackt in der prallen Sonne Schach spielen und auf ihren Einsatz warten, versuche ich mich ein bisschen abzulenken. Abzulenken von meinen Dämonen, meinen momentanen Stimmungen, der unmenschlichen Hitze da draußen, die nicht mal nachts nach lässt und abzulenken von den vielen kleinen Kleinigkeiten, die mich den Tag über zu aus meinem ohnehin schon taktlosen Takt bringen. Manchmal stellt man es sich morgens immer so leicht und einfach vor, einfach mal den Tag anders anzugehen und vielleicht so die Zeitschleife zu verändern, aber nach relativ kurzer Zeit merkt man, dass das nicht funktioniert. Je nachdem wie gut man wirklich drauf ist, versucht man es hoffnungslos noch ein bisschen weiter, muss aber bald merken, dass es wirklich nichts bringt. Nicht heute. Und wenn mann ganz schlecht drauf ist, dann auch nicht morgen oder übermorgen. Oder am 14. Oktober. Weder in diesem noch im nächsten Jahr. Danach, vielleicht. Wenn man sich gut fühlt. Und die Sonne scheint. Oder besser nicht.

Wenn man zum ersten Mal diese Dämonen trifft, ist es wie ein herber Schlag ins Gesicht, weil man sowas nie für möglich gehalten hat. Jetzt, wo ich die Bagage schon kenne – es sind ja immer die gleichen, die kommen – ist es, als ob man seine aus den Augen verlorene bucklige Verwandschaft wieder trifft. Man kennt sich, man weiß was kommt und einer ist immer dabei, der in der Öffentlichkeit laut das Furzen anfängt. Man fühlt sich gleich gut aufgehoben und man merkt gar nicht, wie sich das Gefühl einstellt, dass es doch eigentlich schon immer so war. Und vielleicht so gehört. Das man sich viel öfter sehen sollte und genau das die Situation vielleicht entschärfen und der Schlag nicht allzu schmerzhaft ausfallen würde.

Ich dachte immer, wenn ich sie ignoriere und nicht an mich ran kommen lasse, werden sie wieder gehen, weil sie keine Beachtung bekommen. Da habe ich aber noch nicht mit ihrer Hartnäckigkeit gerechnet und dem Talent, immer dazu sein, wenn man jemanden braucht, aber sonst keiner da ist. Sie sind da, wenn es dir schlecht geht und vorsorgen dich mit einer Art Wohlgefühl, welches sich nicht wohl anfühlt, aber sie geben dir ein bekanntes Gefühl, welches nicht verlogen ist oder dich ausnützt und meint du wärst der Trottel, der immer da ist und alles macht. Sie geben dir Halt und schätzen dich wert und sie nehmen dich so wie du bist und was ganz wichtig ist, sie lassen dich nicht mit der ganzen Scheiße alleine. Und auch wenn sie nur neben dir stehen und dir zusehen, wie es dir schlecht geht, so sind sie doch da. Und diese Tatsache macht sie zum Henker und zum Held in dieser Geschichte. Denn sie fragen nicht. Sie bewerten nicht. Sie drücken dir keinen dummen Spruch rein oder meinen du würdest simulieren und sie selbst hätten ja auch mal einen schlechten Tag und der würde ja wieder gehen. Sie erklären dir nicht, dass das Leben doch wunderbar ist und man nur richtig hinschauen muss und sie geben dir auch nicht den Tipp, dir einen Kerl zu suchen, denn man wäre ja nur so drauf, weil einem die Liebe und der Sex fehlt. Ich bin mir sicher, dass ich zwar nicht mir helfen kann, aber dennoch weiß, was den Menschen fehlt, die mit derartigen Groschenromanweißheiten hausieren gehen: ein eigenes Hirn mit Funktion! Wenn Gott diesen Menschen Hirn direkt vor die Füße werfen würde, sie würden es nicht sehen und womöglich noch aufessen.

Vor ein paar Tagen habe ich wieder angefangen, meine Gedanken und Stimmungen in Worte zu fassen und nieder zu schreiben. Nicht als Blog, sondern als eine Art Geschichte. Ich versuche meine Dämonen aufs Papier zu bringen und das ist weiß Gott nicht leicht und mir bisher auch nur einmal gelungen, aber es hat mir gut getan und mich beruhigt. Ein bisschen.

Advertisements

Kommentiere hier...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s