Herrin der Lage – manchmal

In den letzten Wochen war ziemlich viel los und schreiben war das letzte, wozu ich Lust hatte. An den meisten Tagen war ich ziemlich froh, wenn ich meine Verpflichtungen erfüllt und meinen Tag herum gebracht habe. Um mich abzulenken habe ich mich in die Dekoration und das Umräumen meiner Wohnung gestürzt, habe Mickey Mäuse ausgemalt und damit meinem Sohn eine Rückwand für sein Bett gebastelt. Hauptsache abgelenkt. Hauptsache nicht nachdenken. Teilweise hat das wirklich gut geklappt, allerdings hat es mich auch diesmal nicht davor bewahrt in ein Tief zurück zu kippen. Diesmal ist es aber gar nicht so tief. Nur lang.

Ich sollte versuchen alleine raus zu gehen. Unter Menschen. In den Straßenverkehr. Und diese Versuche sind bisher immer so ziemlich daneben gegangen. Ich habe mich in Einkaufszentren schleppen lassen nur um zu merken, dass das nicht mehr meine Welt ist und ich am liebsten wieder nach Hause fahren möchte. Ich bin in der Stadt rumgelaufen nur zu spüren wie groß meine Unsicherheit und meine Panik werden kann und neben all den Ängsten, die mir diese Situationen gebracht haben, wurde ich auch traurig, weil ich mich einfach nicht wiedererkenne. Früher hatte ich keine Angst rauszugehen. Im Gegenteil. Ich war gerne aktiv, gerne unterwegs. Habe Leute getroffen, oder neue kennengelernt. Wenn mir heute Menschen entgegenkommen, gehe ich aus dem Weg, schaue woanders hin uns hoffe niemanden zu treffen, den ich kenne um nicht mit ihm reden zu müssen. Ich habe das Gefühl, dass mir jeder ansieht, dass es mir nicht gut geht.

Auch wenn ich dazu stehe, dass ich krank bin, ist es nicht leicht damit umzugehen. In den letzten Wochen habe ich viel an mir selbst überdacht und geändert. Ich habe meine Prioritäten neu sortiert und damit geht es mir sehr gut. Ich bin überlegter und reifer geworden habe ich das Gefühl – trotz Bambi-Schlafanzug, den ich an manchen Tagen gar nicht ausziehe. Ich wurde auf neue Tabletten umgestellt, mit denen ich ein anderes Tagesgefühl habe. Ich würde sogar behaupten, dass es mir damit besser geht und diese Woche beginnt auch meine Therapie. Im Großen und Ganzen, trotz den Panikattaken (für die ich Tabletten habe) fühle ich mich auf einem guten Weg. Er ist lang und steinig, aber es ist der richtige und nur das zählt für mich.

Ich bin gelassener geworden. Besonnen. Das tut mir gut. So war ich noch nie. Aber ich denke, es steht mir.

Jetzt muss ich nur noch mein Süßigkeitenproblem unter Kontrolle bekommen, denn eines konnte ich bisher noch nicht ablegen: Naschen wenn ich im Stress bin. Das nehme ich mir dann für die kommenden Wochen und das neue Jahr vor, welches definitiv besser werden muss, wie das alte. Alles steht 2016 unter einem großen, leuchtenden Stern des Neuanfangs und ich will meine Chancen nutzen – gesund werden, glücklich sein, Spaß haben!

Und ich hoffe, dass ihr mich auch in dieser neuen Phase begleiten werdet.

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Ein Gedanke zu “Herrin der Lage – manchmal

  1. Liebe Delia!
    Ich wünsche dir von Herzen, dass du recht bald gesund wirst, um zu erleben, wie schön die Welt da draußen ist. Deine Zeilen, deine Gedanken und Gefühle haben mich berührt. Auch wenn du das jetzt vielleicht (noch) nicht verstehen kannst, aber aus meiner eigenen Lebensgeschichte kann ich heute sagen, dass nichts geschieht, was nicht geschehen soll. Alles hat einen Sinn, auch wenn es jetzt (noch) so sinnlos aussieht und man erst viel später versteht. Du schreibst, dass du reifer und überlegter geworden bist. Manchmal bekommen wir im Leben Prüfungen auferlegt, an denen wir wachsen und uns zu den Menschen machen, die wir heute sind. Deshalb wünsche auch ich dir, dass du eines Tages rückblickend sagen kannst, dass deine jetzigen Umstände ein Meilenstein in deinem Leben waren. Alles Gute und Liebe, Claudia

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