Hilfe! Aber bitte ohne mich…..

Hilfe! Aber bitte ohne mich…..

Ich bin ein hilfsbereiter Mensch. Besonders wenn ich mich mit den Hilfsbedürftigen gut verstehe. Man darf sich aber nicht täuschen lassen. Nicht jeder mit dem man sich gut versteht, ist auch gleich ein Freund oder meint es gut mit einem. Bei mir verwischen sich diese Grenzen oft und ich tue dann Dinge, die man für manche Menschen einfach nicht tun sollte. Ich helfe. Manchmal so viel, dass der andere gar nichts mehr zu tun hat. Das freut den anderen natürlich. Macht mich aber sauer, denn ich bin zu ehrlich, zu loyal um meine Versprechen zu brechen. Besonders wenn ich sehe, dass mich der andere nur ausnutzt. Anderen sind Versprechen egal. Regeln und Versprechen sind dazu da um gebrochen zu werden.

Ich sehe das Leben leider nicht so leicht. Ich stehe zu meinem Wort (wenn ich schon mal ein Wort gebe, denn ich verspreche nur Dinge, die ich auch wirklich halten kann und halten will). Es ist nicht so, dass ich mich unbedingt aufopfere für andere, aber manchmal reisse ich mir schon ein Bein aus und stelle meine Dinge, mich, in den Hintergrund, nur um anderen zu helfen. Danach bin ich sauer und wütend auf mich. Denn, abgesehen davon, dass ich diese Hilfe von diesen Leuten nicht zurück bekomme, sitze ich auch noch mit mehr Arbeit als davor rum und habe keinen der mich unterstützt.

Ich bin naiv habe ich gehört, weil ich noch an das Gute im Menschen glaube, obwohl ich genau weiß, dass in den meisten nur sehr wenig davon schlummert. Ich bin doof, habe ich auch gehört, weil ich mir immer vornehme anders zu sein und dann doch immer in den Mutter-Teresa-Modus zurückfalle und jedem Kranken den Kopf streichle. Ja, mag sein, dass ich das bin. Vielleicht bin ich auch. Vielleicht besteht mein Leben eben nur aus helfen, ärgern und mir vornehmen es anders zu machen um es dann wieder genauso zu machen. Irgendwann. Wenn ich Leute mal mag.

Man mag es mir nicht zutrauen, aber ich mag schnell andere Menschen, auch wenn ich den Mensch an sich nicht mag. Finde ich eine Gemeinsamkeit, eine vertraute Geste oder einen Funken des gleichen Humors, ist mein Eis gebrochen und ich bin einfach nur noch doof. Ich gehe immer davon aus, dass jemand wirklich nach Hilfe fragt, wenn er ratlos ist. Doch meistens werde ich nach Hilfe gefragt weil der andere einfach keine Lust hat, es selbst zu tun. Weil ich es einfach mache und weil ich es zu allem Überfluss auch noch gut mache. So gut machen will, wie es geht. Und dann den Namen des anderen drunter schreibe….

Ja, mag sein dass ich doof bin. In all meiner Schlagfertigkeit, Intelligenz und doch Menschenkenntnis steckt ein wahnsinnig dickes doofes Mädchen. Wie wird man die los? Ich meine, ich will mir nicht das Helfen und Unterstützen verbieten, aber ich möchte, dass zukünftig diese Hilfe auch nur Menschen zu teil wird, die sie zu schätzen wissen und sie wirklich brauchen. Ich will nicht mehr das Mädchen für alles sein im Büro, die man ruhig fragen kann und ich will auch nicht, dass mich die Menschen deswegen für dumm halten, weil ich es nicht bin. Natürlich will ich mich auch weiterhin beweisen und einsetzen, aber nicht auf meine Kosten und nicht für den Vorteil anderer. Das sind Dinge, die ich mir vornehmen muss für meinen nächsten Job.

Und sollte ich beim nächsten Vorstellungsgespräch gefragt werden, was meine Schwächen sind, werde ich vielleicht doch nicht sagen, dass ich ständig rechts und links, drücken und ziehen und oben und unter verwechsel, sondern dass ich ganz einfach wahnsinnig hilfsbereit bin und dass ich es ab heute einfach nicht mehr sein werde. Ein ganz großes Manko….

Aber nicht für mich. ….

 

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3 Gedanken zu “Hilfe! Aber bitte ohne mich…..

    1. Hallo Jonathan! Danke für deinen Kommentar. Hilfe ist nie selbstverständlich und auch ich erwische mich manchmal dabei, dass ich diese für zu selbstverständlich nehme. Gerade im Moment bin ich auch stark auf Hilfe angewiesen und es ist gar nicht selbstverständlich dass ich diese so bekomme. Ich denke es ist immer wichtig, die Gesten und Gefühle anderer Menschen wert zu schätzen. Schön ist es allerdings wenn man Menschen hat, auf die man sich verlassen kann und bei denen man sich sicher sein kann, dass sie für Ihr Dasein eigentlich kein Danke wollen, weil es selbstverständlich ist. Ich habe, so wie du, Menschen in meinem Leben, die genau das für mich tun und für mich auch nicht selbstverständlich sein sollten. Ich danke dir für deinen Kommentar, der wieder mir die Augen geöffnet hat, dass ich manchmal auch nicht sehe was für mich getan wird und viel zu wenig Dankbarkeit zeige. Auch wenn Ostern bei dir ausfällt, wünsche ich dir schöne Feiertage. LG Daniela

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  1. Oh wie gut ich das kenne. Wie du dich beschreibst, dass könnte auch ich sein, bzw das war ich. Bis vor ein paar Jahren war ich genauso & wurde dann von den Leuten einfach fallen gelassen.
    Beim letzten mal war aber Schluss, da habe ich mir vorgenommen ein egoist zu werden & nur zu helfen wen es wirklich ein Notfall ist. Anfangs fand ich es schwer, aber inzwischen kann ich es ganz gut.
    Das schaffst du auch, einfach den Egoisten raus hängen lassen. 😉

    LG Nicky

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