Ernüchterung ist keine Rolltreppe sondern ein Parcours

Ernüchterung ist keine Rolltreppe sondern ein Parcours

Es gibt Dinge…die tut man, weil man sie möchte. Und weil sie auch gar nicht funktionieren würden, wenn kein Herz dabei wäre. Abnehmen zum Beispiel. Und dann gibt es Dinge, die muss man einfach tun. Weil es keine andere Möglichkeit gibt oder weil man tief in sich spürt, dass die eigene Methode, die einzige ist, die funktionieren wird. Dinge, die getan werden müssen ohne dass ein Grund hinterfragt wird. Wo Diskussionen schon im Keim erstickt werden und wo es nur eine Richtung gibt: nach vorne – mitten ins Feuer hinein.

Diesen Weg gehe ich gerade. Und ich leide. Körperlich und seelisch. Es nimmt mich mit und ich dachte nicht, dass es schlimm werden würde. Ich habe ja mit vielem gerechnet….

Aber ich weiß, wofür ich es tue. Und das ist es mir wert. Ich spüre, dass ich das jetzt tun muss, auch wenn ich höre, dass ich diesen Weg alleine gar nicht gehen darf. Ich kann nicht anders – ich muss. Ich muss klar sein. Ich will wieder da sein. Wieder existieren. Leben und auch mitbekommen, was um mich herum passiert. Ohne diese Watte in meinen Ohren. Ich will sehen, wo es mich hinführt. Bewusst. Und ich will nicht weiter zunehmen, während ich darauf warte, dass ein paar Pillen meine Dämonen verscheuchen. Das kann ich nur selbst.

Seit fast einer Woche nehme ich es wieder selbst mit ihnen auf. Sie lachen, sie feixen, sie rauben mir den Schlaf, die Gelassenheit. Sie bringen mich zum weinen und zum schreien. Aber sie bringen mich nicht um. Ich bringe sie um. Und nachdem es mir heute morgen verdammt schlecht ging und ich das erste Mal seit Wochen wieder Sport gemacht habe, habe ich festgestellt, dass sie wohl gemerkt haben, dass ich es ernst meine, denn sie sind leiser geworden. Und ich schwöre euch: sie werden noch jammern und flehen….

Es ist heftig, wenn seelische Schmerzen körperliche Schmerzen verursachen. Aber es ist nichts, was man nicht schaffen kann. Im Moment befindet sich so viel Willensstärke in meinem Körper, als hätte ich eine illegale Abbaustelle dafür tief in meiner Seele gefunden.

Ich habe wieder einen Tag überstanden. Einen Tag, der mich mehr an mich selbst bringt. Und der mich weiter von meinen Dämonen entfernt. Ich weiß, dass noch viele solcher Tage folgen können. Aber ich bin bereit dazu, es mit allen aufzunehmen….

Das war Tag 5

Ela

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2 Gedanken zu “Ernüchterung ist keine Rolltreppe sondern ein Parcours

  1. Sehr ergreifen & etwas was mir gut bekannt vorkommt.
    Ich hoffe das deine“ illegale Abbaustelle“ noch lange erhalten bleibt so das aus den „muß“ wieder ein „ich möchte“ wird, dass du einfach genügend Kraft hast. ❤

    Lg Nicky

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    1. Vielen Dank, liebe Nicky, für deinen Kommentar. Ich wollte mich schon lange dafür bedanken, dass du meine Beitrag liest und kommentierst. Das gibt mir sehr viel Kraft und Unterstützung.

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