WTF Body-shaming

WTF Body-shaming

Seit Wochen und Monaten (eigentlich seit Jahren – seit der Geburt meines Sohnes) jammere ich wegen meinem Gewicht und der Tatsache, dass ich es einfach nicht mehr schaffe abzunehmen. Was gleich an mehreren Faktoren liegt: Zum einen, habe ich nicht mehr die Möglichkeit, dann Sport zu machen, wann ich ihn gerne machen würde oder wenn ich ihn brauche. Zum anderen fehlt mir schlicht und einfach die Disziplin und auch die Nerven, die Ernährung aufrecht zu halten. Ich weiß, dass es nicht schwer ist, sich gesund und ohne derartig viel Zucker zu ernähren, aber in „Notfallsituationen“ habe ich einfach noch kein anderes Ventil außer Schokolade gefunden (und für Sport ist leider die Zeit nicht da im Moment). Mag sein, dass das auf viele wie eine Ausrede wirkt, aber das ist mir egal. Ich muss mich vor anderen nicht rechtfertigen – nur vor mir – und deswegen ist es mir auch egal, wie das auf andere wirkt. Die sollen ihren eigenen Dreck machen.

In einem Chat gestern Abend mit meinem besten Freund ist mir aufgefallen, dass ich zwar mehr wiege und auch mehr jammere als vor meinem Kind, ich aber dennoch die gleichen Klamotten trage – ohne dass sie zu eng sind oder sich Knöpfe nicht schließen lassen. Mein Gewicht kann mir also relativ egal sein, da sich anscheinend an meinem Körper nicht viel verändert hat. Wo ist also meine Selbstsicherheit und mein Schlankheitsgefühl hin?

Vor einigen Monaten, war ich bei einer Medizinerin, die mich nicht kannte (also vorher nie behandelt hat). Sie fragte mich nach meinem Gewicht. „Unangenehm“ dachte ich mir. Aber ich war ehrlich und habe gesagt, was ich wiege und sie schaute mich verdutzt an und erklärte mir, dass sie mich nicht auf dieses Gewicht geschätzt hätte. Sie setzte mich sogar 10 Kilo weniger an, als ich bin und das hat mich schon sehr gewundert. „Ja sie sehen halt nicht so aus wie sie sagen dass sie wiegen. Im positiven Sinne. Kann mir gar nicht vorstellen, dass sie das wirklich wiegen“ Das hat mich vom Sessel gehauen. Auch im positiven Sinne.

Warum mache ich mir also so viel Stress? Warum gebe ich ein paar Zahlen auf einer Waage – oder der Waage an sich – so viel Macht über mich und meine Tagesverfassung (selbst wenn ich mich nicht wiege)?

Schlicht und einfach weiß ich das nicht. Eigentlich fühle ich mich wohl in meiner Haut. Genaugenommen kann ich zum ersten Mal in meinem Leben sagen, dass ich mich so akzeptiere, wie ich bin. Ich finde mich ok. Ich muss nichts ändern, um glücklich zu sein. Ich kann auch so glücklich sein – ich bin glücklich. Und da ist es mir egal, ob ich nun Größe 42 oder Größe 38 habe. Mir geht es gut. Ich kann tragen was ich will, ich habe keine körperlichen Beschwerden und ich kann zu mir stehen, mit Stolz, und sagen, was ich erreicht habe. Klar, könnte ich noch mehr erreichen. Klar, irgendwann könnte ich vielleicht sogar mal Size 0 tragen, aber die Frage ist: Will ich das überhaupt? Muss ich das? Und ich kann ganz klar sagen: nein! Mir gefällt Size 0 (als Beispiel jetzt) noch nicht mal. Frauen sehen damit aus wie kleine Mädchen. Oder noch schlimmer: wie kleine Jungs, die sich wie kleine Mädchen anziehen. Natürlich gibt es Frauen, die wunderschön aussehen, auch wenn sie für meinen Geschmack viel zu dünn sind. Aber ich finde einfach, dass an eine Frau ein Hintern gehört, eine Brust, eine Hüfte, eine Taille. Eine Figur – so wie Frauen nun mal sind. Und so eine Frau will ich auch für mich sein.

Und mal ganz ehrlich, mir ist eine wahnsinnig lustige und ehrliche Frau wie Melissa McCarthy lieber als eine zurückgezogene, kühle Victoria Beckham. Ich lasse jeden leben wie er ist, aber deswegen muss er mir noch lange nicht gefallen….

Das große Fressen

Das große Fressen

Ich fresse. Wenn ich unglücklich und traurig bin. Wenn ich Probleme habe und keinen Ausweg sehe. Wenn ich trauere oder nicht weiter weiß. Wenn ich mich verloren fühle oder nicht geschlafen habe. Ich fresse, wenn ich mich selbst am meisten hasse und hoffe, dass ich mich schnell wieder fange. Ich fresse, wenn ich Stress habe und nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Ich fresse, wenn ich zugenommen habe, weil ich so viel gefressen habe und ich fresse, wenn einfach alles schwarz ist.

Seit 4 Monaten komme ich aus dem Fresse nicht raus und ich wunder mich selbst, warum ich nicht noch viel mehr Gewicht zugenommen habe. Ich weiß auch nicht, wie lange es noch so weitergeht. Ich weiß nur, dass ich noch Pudding im Kühlschrank habe. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis ich mich erholt habe, bis wieder ein bisschen Normalität eintritt. Ich weiß im Moment eigentlich gar nichts. Ich plane nicht und lebe nur von heute auf morgen – lasse mich überraschen, was denn morgen passiert oder eben auch nicht. Welche Hiobsbotschaft auf mich lauert…ob denn auch mal was passiert?

Ist denn in den letzten Wochen nicht schon genug kaputt und zu Ende gegangen? Ist denn nicht genug passiert? Wird es denn nicht Zeit für ein klein bisschen Hoffnung und Frieden und Licht? Wird es denn nicht Zeit für ein Ende des Fressens?

Failed

Failed

Schon vor Monaten hatte ich mir für heute ein festes Ziel gesteckt. Ich habe es nicht geschafft – zu viel passierte in den letzten Wochen, was mich vom Weg abgebracht und durcheinander geworfen hat. Zu viel, was geregelt und gemachten werden musste und zu viel Stress um mich nur auf mich zu konzentrieren. Ist nicht schlimm, dachte ich mir. Ich bin so wie ich bin – egal wie viele Kilos ich wiege (besonders, wenn es sich nur um eine geringfügige Menge von 2 bis 3 handelt.

Und was ist nun? Mein Ziel ist nicht mehr da. Es wurde abgesagt, verschoben – auf Monate hinaus. Und wer weiß, für was es gut ist. Im Moment könnte ich mich eh nicht genug konzentrieren und amüsieren. Zu viel geistert durch meinen Kopf, zu viel muss organisiert werden. Letztendlich ist es gut so, wie es ist. Und letztendlich habe ich bis Juni noch viel Zeit, mein neues Ziel zu erreichen…..

Passt auf euch auf!

Daniela