Muskulöse Oberarme

Muskulöse Oberarme

Heute war ich beim Frisör und neben der zierlichen und sehr schmal gebauten Frisörin, sah ich aus wie eine Preisboxerin mit Kampfgewicht. Nicht nur mein Körper war voluminös, sondern auch mein Kopf und mein breiter Nacken (dabei ist der gar nicht breit…). Beneidet habe ich sie schon um ihr Figur. Sie hatte eine schmale Hüfte und muskulöse Arme. Ich weiß, dass ich selbst so nie aussehen werde und ehrlich gesagt habe ich das auch gar nicht mehr. Abgesehen davon, dass mir wirklich der Ehrgeiz fehlt. Vielleicht könnte ich es, trotz meines breiten Körperbaus schaffen, annähernd an ihre Maße heranzukommen, allerdings weiss ich, dass ich auch mit diesen Maßen nicht glücklicher wäre, als ich es jetzt auch sein kann.

Glück kommt nicht von meiner Figur. Glück kommt von mir. Aus mir. Aus meinem Herz und meiner Seele. Vielleicht auch aus meiner Einstellung (sagt der Pessimist). Ich bin mein Glück. Und auch wenn ich manchmal echt schlecht drauf bin….das wäre ich mit schmaler Hüfte und muskulösen Armen auch. Ganz sicher sogar…..

WTF Body-shaming

WTF Body-shaming

Seit Wochen und Monaten (eigentlich seit Jahren – seit der Geburt meines Sohnes) jammere ich wegen meinem Gewicht und der Tatsache, dass ich es einfach nicht mehr schaffe abzunehmen. Was gleich an mehreren Faktoren liegt: Zum einen, habe ich nicht mehr die Möglichkeit, dann Sport zu machen, wann ich ihn gerne machen würde oder wenn ich ihn brauche. Zum anderen fehlt mir schlicht und einfach die Disziplin und auch die Nerven, die Ernährung aufrecht zu halten. Ich weiß, dass es nicht schwer ist, sich gesund und ohne derartig viel Zucker zu ernähren, aber in „Notfallsituationen“ habe ich einfach noch kein anderes Ventil außer Schokolade gefunden (und für Sport ist leider die Zeit nicht da im Moment). Mag sein, dass das auf viele wie eine Ausrede wirkt, aber das ist mir egal. Ich muss mich vor anderen nicht rechtfertigen – nur vor mir – und deswegen ist es mir auch egal, wie das auf andere wirkt. Die sollen ihren eigenen Dreck machen.

In einem Chat gestern Abend mit meinem besten Freund ist mir aufgefallen, dass ich zwar mehr wiege und auch mehr jammere als vor meinem Kind, ich aber dennoch die gleichen Klamotten trage – ohne dass sie zu eng sind oder sich Knöpfe nicht schließen lassen. Mein Gewicht kann mir also relativ egal sein, da sich anscheinend an meinem Körper nicht viel verändert hat. Wo ist also meine Selbstsicherheit und mein Schlankheitsgefühl hin?

Vor einigen Monaten, war ich bei einer Medizinerin, die mich nicht kannte (also vorher nie behandelt hat). Sie fragte mich nach meinem Gewicht. „Unangenehm“ dachte ich mir. Aber ich war ehrlich und habe gesagt, was ich wiege und sie schaute mich verdutzt an und erklärte mir, dass sie mich nicht auf dieses Gewicht geschätzt hätte. Sie setzte mich sogar 10 Kilo weniger an, als ich bin und das hat mich schon sehr gewundert. „Ja sie sehen halt nicht so aus wie sie sagen dass sie wiegen. Im positiven Sinne. Kann mir gar nicht vorstellen, dass sie das wirklich wiegen“ Das hat mich vom Sessel gehauen. Auch im positiven Sinne.

Warum mache ich mir also so viel Stress? Warum gebe ich ein paar Zahlen auf einer Waage – oder der Waage an sich – so viel Macht über mich und meine Tagesverfassung (selbst wenn ich mich nicht wiege)?

Schlicht und einfach weiß ich das nicht. Eigentlich fühle ich mich wohl in meiner Haut. Genaugenommen kann ich zum ersten Mal in meinem Leben sagen, dass ich mich so akzeptiere, wie ich bin. Ich finde mich ok. Ich muss nichts ändern, um glücklich zu sein. Ich kann auch so glücklich sein – ich bin glücklich. Und da ist es mir egal, ob ich nun Größe 42 oder Größe 38 habe. Mir geht es gut. Ich kann tragen was ich will, ich habe keine körperlichen Beschwerden und ich kann zu mir stehen, mit Stolz, und sagen, was ich erreicht habe. Klar, könnte ich noch mehr erreichen. Klar, irgendwann könnte ich vielleicht sogar mal Size 0 tragen, aber die Frage ist: Will ich das überhaupt? Muss ich das? Und ich kann ganz klar sagen: nein! Mir gefällt Size 0 (als Beispiel jetzt) noch nicht mal. Frauen sehen damit aus wie kleine Mädchen. Oder noch schlimmer: wie kleine Jungs, die sich wie kleine Mädchen anziehen. Natürlich gibt es Frauen, die wunderschön aussehen, auch wenn sie für meinen Geschmack viel zu dünn sind. Aber ich finde einfach, dass an eine Frau ein Hintern gehört, eine Brust, eine Hüfte, eine Taille. Eine Figur – so wie Frauen nun mal sind. Und so eine Frau will ich auch für mich sein.

Und mal ganz ehrlich, mir ist eine wahnsinnig lustige und ehrliche Frau wie Melissa McCarthy lieber als eine zurückgezogene, kühle Victoria Beckham. Ich lasse jeden leben wie er ist, aber deswegen muss er mir noch lange nicht gefallen….