Ok

In der letzten Woche habe ich viel nachgedacht. Über mich. Über die anderen. Über Themen, die ich vorher nie  berücksichtigt habe…

Wo will ich hin? Wie kann ich das erreichen? Was macht mich aus? Wer bin ich? Wie sehen mich die anderen? Wie sehe ich mich eigentlich selbst? Und ist es wichtig für mich, wie mich die anderen sehen? Muss mir das gefallen oder ist es mir egal? Und wenn, warum wäre es mir nicht egal? Würde es was ändern?

Ich sollte über meine Stärken reden, was mich ausmacht, worauf ich stolz bin. Aufschreiben, was ich gut finde an mir – innerlich (Herz, Niere, Leber – und so) – nicht oberflächlich. Wer bin hinter meinen Reiterhosen und meinem Schwabbelbauch? Ist dieses Person liebenswert? Liebe ich dich Person? Liebe ich mich? Oder kann ich mich wenigstens so akzeptieren wie ich bin?

Und es ist komisch, ich wurde gefragt, was ich an mir ändern würde und zum ersten Mal in meinem Leben musste ich antworten

„Nichts. Ich würde nichts an mir ändern. Weder äußerlich noch innerlich.“

Und dabei hätte ich fast geheult, denn noch nie in meinem Leben gab es eine Zeit, wo ich nichts hätte ändern wollen. Ich nehme mich so an, wie ich bin. Ich bin nicht perfekt und ich will es nicht sein. Ich fühle mich wohl und ich kann glücklich sein, auch mit Größe 42. Ich könnte wieder mehr Sport machen, für mich, aber nicht für die Gesellschaft, die predigt, dass Frauen jenseits der Größe 40 fett sind. Das ist nämlich falsch! Und abgesehen davon, ist es mir egal.

Ich habe viel geschafft in meinem Leben. Viel überstanden und überlebt. Ich weiß, was scheiße ist und ich weiß, was gut ist. Ich kann das klar differenzieren. Und ich weiß, dass JETZT alles gut ist und noch besser wird. Ich bin auf einem Weg, bei dem es wichtig war, loszugehen.

Und nun, wo ich den Weg schon fast 4 Wochen gehe, sehe ich Dinge, die mir vorher verborgen blieben. Begegnungen, Ansichten, Unterhaltungen, Menschen, die mir geschenkt wurden…Erkenntnisse, die ich nicht missen möchte. Die einen nennen es Schicksal, vielleicht auch nur Zufall, vielleicht aber auch Fügung….was auch immer, ich bin froh drum. Ich weiß jetzt Dinge zu schätzen und ich arbeite daran, nicht mehr alles nur negativ zu sehen. Ich will offen sein, für alles, was sich mir bietet. Ich will diesen Neuanfang voll auskosten und leben.

Das große Fressen

Das große Fressen

Ich fresse. Wenn ich unglücklich und traurig bin. Wenn ich Probleme habe und keinen Ausweg sehe. Wenn ich trauere oder nicht weiter weiß. Wenn ich mich verloren fühle oder nicht geschlafen habe. Ich fresse, wenn ich mich selbst am meisten hasse und hoffe, dass ich mich schnell wieder fange. Ich fresse, wenn ich Stress habe und nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Ich fresse, wenn ich zugenommen habe, weil ich so viel gefressen habe und ich fresse, wenn einfach alles schwarz ist.

Seit 4 Monaten komme ich aus dem Fresse nicht raus und ich wunder mich selbst, warum ich nicht noch viel mehr Gewicht zugenommen habe. Ich weiß auch nicht, wie lange es noch so weitergeht. Ich weiß nur, dass ich noch Pudding im Kühlschrank habe. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis ich mich erholt habe, bis wieder ein bisschen Normalität eintritt. Ich weiß im Moment eigentlich gar nichts. Ich plane nicht und lebe nur von heute auf morgen – lasse mich überraschen, was denn morgen passiert oder eben auch nicht. Welche Hiobsbotschaft auf mich lauert…ob denn auch mal was passiert?

Ist denn in den letzten Wochen nicht schon genug kaputt und zu Ende gegangen? Ist denn nicht genug passiert? Wird es denn nicht Zeit für ein klein bisschen Hoffnung und Frieden und Licht? Wird es denn nicht Zeit für ein Ende des Fressens?