Der Spiegel meiner Seele

Der Spiegel meiner Seele

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich mich ständig gefragt, wie mich die anderen wohl finden. Ob sie mich mögen. Und meistens musste ich diese Frage mit „Nein“ beantworten. Die Menschen mochten mich nicht. Ich gehörte nicht dazu – war außen vor. Und wollte gar nicht dazu gehören.

Heute erst sehe ich, dass das gar nichts schlechtes ist. Man  muss nicht immer dazugehören. Aber man sollte dazu stehen. Dazu stehen, anders zu sein. Man selbst zu sein. Das tat ich damals nicht. Ich mochte mich nicht. Und deswegen mochten mich die anderen auch nicht.

Heute ist das anders. Oder? Einiges ist anders. An mir. In mir. Ich mag mich inzwischen. Ich akzeptiere mich so wie ich bin. Ich habe meine Schwächen und meine Stärken und all das macht mich zu einem wunderbaren Menschen. Der aber nicht allen gut gewogen ist und auch dazu stehe ich. Wenn ich Menschen nicht mag, halte ich damit nicht hinterm Berg. Wenn ich Menschen mag, kann ich das auch offen sagen. Ich halte mich fern von denen, mit denen ich mich nicht abgeben will und ich ignoriere die, mit denen ich gar nicht kann. Damit fahre ich gut. Und noch immer gibt es Menschen, die mich nicht mögen. Und das ist vollkommen ok. Doof natürlich, wenn man diese Menschen selbst sehr mag. Aber so ist nun mal das Leben. Klar tut das weh, aber man kann das akzeptieren. Wenn ich merke, dass mich Leute nicht mögen, denke ich angestrengt nach, ob ich denn diese Menschen wirklich mag oder ob ich mal wieder nur gemocht werden will….. es ist nicht einfach. Das Leben ist eine tägliche Prüfung.

Von einer lieben Kollegin habe ich einen tollen Text bekommen, der über das Thema Spiegelreflektionen handelte. Das, was ich an mir nicht mag, kritisiere ich auch bei anderen. Das kommt hin – sehr oft sogar. Und noch einen Interessanten Aspekt habe ich in diesem Text gefunden: Meine seelischen Schmerzen oder Unzufriedenheiten schlagen sich auf meinen Körper nieder. Bin ich dick, möchte ich mich durch das Fett vor etwas schützen. Ich habe auch wieder zugenommen in den letzten Monaten und die Schutzthese kann gut stimmen. Nur vor was ich mich schütze, ist mir noch nicht klar. Aber ich weiß, dass ich keine Angst haben brauche. Vor nichts. Und außerdem, dass mich Fett nicht schützen kann. Ich brauche das nicht. Es bringt mir nichts. Im Gegenteil: es behindert mich und ich muss nicht daran festhalten. Ich kann also wieder Gewicht verlieren, ohne Angst zu haben.

Wichtig ist, dass ich mich liebe und mich so akzeptieren kann, wie ich bin. Auch meinen Körper, meine Hülle, die meine momentane Seelenverfassung widerspiegelt. Alles an mir ist liebenswert.

Alles an euch ist liebenswert.

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Gedankenschauer

Gedankenschauer

Ich liebe den Regen. Er reinigt die Luft und die Gedanken.

Ich habe aufregende Monate hinter mir (und ich habe noch viele aufregende Monate vor mir). Ich fand Dinge, die ich nicht gesucht habe – nicht gedacht habe, diese Dinge dort zu finden und wenn ich mir in vielen Sachen auch nicht sicher bin, so weiß ich, dass ich diese Dinge, die wieder verlieren möchte. Read more

Weitergehen….

Weitergehen….

So eine Absage zu bekommen ist nie toll. Na ja, genau genommen war es ja keine Absage. Kein hübsch dekorierter Präsentkorb mit einem dicken Schleifchen mit der Aufschrift „DU NICHT“ dran. Es ist eher so mein Gefühl gewesen, welches mir feierlich die rote Karte vor die Nase hielt. Mein Gefühl, welches sich im Bezug auf ihn nicht geändert hat, was aber im Bezug auf das Ganze an sich, einen ordentlichen Dämpfer bekommen hat. Irgendwie bekam ich plötzlich, obwohl wir uns immer gut verstanden haben und ja Hoffnungen in mir hegte (und eigentlich immer noch tue), ein Gefühl der Ablehnung. Eher noch…der Duldung. Denn auf meine Frage, ob er mir aus dem Weg geht oder was wäre bekam ich nur ein gedruckstes „Nö“ und damit war das Thema, zumindest für ihn, erledigt. Betretene Stille. Gefühlte Stunden. Und dann fing er, einfach so, als hätte es diese Funkstille über fast 2 Wochen gar nicht gegeben, wie normal das Reden an. Als wären wir erst gestern freundschaftlich und vertraut auseinander gegangen und würden nun vergleichen, was in den letzten Stunden so passiert ist.

Da bin ich dann mal verwirrt. Was soll ich denn denken? Abgesehen davon, dass mir sein Verhalten am Anfang so einige Schuppen von den Augen schoss.

Ich möchte nicht geduldet sein oder dass jemand nur nett zu mir ist, weil er sich nicht traut zu sagen, dass er von mir angekotzt ist. Schon gar nicht von ihm. Seitdem komme ich mir bei jedem Blick, bei jedem Wort so vor, als würde ich wahnsinnig nerven. Fehlt nur noch, dass er mir ins Gesicht schaut und die Augen verdreht….wie er es bei Kommentaren anderer die ihn nerven, so gerne tut.

Oder wenn er auf seine Uhr schaut, die gar nicht da ist und einfach nur sein rechtes Handgelenk betrachtet….

Egal.

Unerwünscht sein ist kein schönes Gefühl. Und seit Freitag begleitet es mich. Auf der einen Seite, fühle ich mich abgelehnt und auf der anderen Seite, bleibt er noch so lange zum Gespräch bei mir stehen, bis mir fast mein Zug vor der Nase weg ins Wochenende fährt. Ich werde aus ihm nicht schlau. Und ich habe mir vorgenommen, dass ich es auch nicht weiter versuchen möchte.

Ich gebe meine Hoffnungen nicht auf, ich mag ihn weiterhin (ok, mehr als das), aber ich möchte diesen wahnwitzigen Gedanken verlieren, den ich die letzten Monate ausgemalt habe, dass ein „wir“ gar nicht mal so abwegig wäre. Ich möchte all die Gemeinsamkeiten (auch wenn es nur Kleinigkeiten sind) nicht mehr so sehr sehen…. Ich möchte nicht mehr daran denken, dass es doch so ideal wäre…

Ich verliere nicht die Hoffnung. Nicht meine Träume und schon gar nicht meine Gefühle. Aber ich mache mich frei für meine Zukunft, die Aufgaben, die auf mich warten. Die Dinge, die getan werden müssen. Das „Neu“ was zu entdecken ist.

Natürlich würde ich mir wünschen, ich könnte ihn überall dahin mitnehmen. Aber wenn, dann weil er es will und nicht weil ich gerne möchte, dass er das will….